Gewächshaus selber bauen

Gewächshaus selber bauen – die Anleitung

Wegen der nicht unerheblichen Kosten, die die Anschaffung eines Gewächshauses oder eines Wintergartens mit sich bringt, stellen sich viele Interessenten die Frage, ob sie ihr gewächshaus selber bauen sollten.

Weiterhin ist beigrösseren Objekten (insbesondere Wintergärten) ein umfassendes technisches Wissen notwendig und fehlerhafte Planung oder Ausführung können zu teuren Fehlschlägen führen. Solche Vorhaben sollten nur in Zusammenarbeit mit einer Fachfirma, also mit einer Zimmerei oder Metallbaufirma, angegangen werden. Ein misslungener Eigenbau wird durch Schäden und deren Nachbesserungen schnell teurer als eine professionelle Fertiglösung. Folglich ist ies ist beim Gewächshaus selber bauen im Hinterkopf zu behalten.

Breites Betätigungsfeld für den Heimwerker

Das Gewächshaus selber bauen zu können stellt den Heimwerker vor eine Herausforderung. Gewächshäuser in Leichtbauweise oder selbst erdachte Folienkonstruktionen bieten dem handwerklichen Ehrgeiz dagegen ein breites Betätigunsfeld. Bei höheren Qualitätsansprüchen sind die industriell gefertigten Kleingewächshäuser allerdings in der Regel die bessere Wahl, insbesondere was ihre Halbarkeit und ihre ausgereiften Lüftungs-, Heizungs- und anderen Zusatzeinrichtungen betrifft. Auch sind die jeweils geeigneten Spezialwerstoffe oder -profile nicht immer leicht verfügbar oder im Einzeleinkauf sogar unverhältmässig teurer.

Sinnvolle Einsparungsmöglichkeiten bestehen in erster Linie in der Eigenmontage vorgefertigter Bausätze und der Ausführung der Fundamente.Ebenfalls das Erstellen der Fundamente nach Fundamentplan, der Selbstaufbau nach Bauanleitung und eventuell auch die Selbstabholung ab Werk sind Eigenleistungen, die bis zu 30% der Kosten sparen können.

Gewächshaus selber bauen – Das Gewächhaus Fundament

Möchte man ein Gewächshaus selber bauen, sollte  man sich zuerst für ein sicheres Gewächshaus-Fundament entscheiden. Bei der Fundamentplanung muss zunächst geprüft werden, ob ein Brauchwasseranschluss im Gewächshaus gewünscht wird. Ist dies der Fall, wird die Rohrleitung von einem Abzweig der Wasserversorgung im Wohnhaus in einem Graben bis zur Zapfstelle verlegt.

Gewächshaus FundamentFür eine ganzjährige Nutzung sollte die Leitung in frostfreier Tiefe liegen (80cm), ansonsten sollte ihre Tiefe mindestens unter der Fundamentsohle liegen. Ein Sperrhahn und ein Ablassventil verhindern das Auffrieren von nicht froststicher verlegten Wasserleitungen. Im Winter wird die Aussenzapfstelle durch den Sperrhahn von der Hauswasserversorgung getrennt, daher werden die Rohre über den Ablasshahn geleert.

Fundamente nach Plan

Jedem Bausatz liegt ein Fundamentplan bei. Alle Masse und sonstigen Angaben müssen auf das Genaueste eingehalten werden. Bei Eigenkonstruktionen werden die Abmessungen der Gründung aus vorher erstellten massgenauen Konstruktionszeichnungen entnommen. Bei allen Fundamentierungsarbeiten sind einige grundsätzliche Regeln einzuhalten, zumal dies für das Gewächshaus selber bauen sehr wichtig ist:

  • Alle Arbeiten müssen sorgfältig und massgenau ausgeführt werden.
  • Die Fundmente müssen rechtwinklig zueinander verlaufen
  • Jede Fundamentoberfläche muss waagrecht und eben sein

Diese Faktoren sollten beim Gewächshaus selber bauen berücksichtigt werden.

Einmessen des Fundaments

Zuerst wird das Gelände, in das das Fundament eingebracht werden soll, annhähernd waagrecht eingeebnet, die genaue Lage des Fundamentgrabens eingemessen und mit Gewächshaus selber bauenPflöcken markiert. Die Rechtwinkligkeit des Vierecks wird durch das Diagonalmass überprüft. Ausserdem sollten sollten beide Diagonalen gleich lang sein, damit so alle Seiten des Vierecks im rechten Winkel zueinander liegen. Um bei den Erdarbeiten für den Fundamentgraben die Messpunkte nicht zu verlieren, wird die Position der Markierungspflöcke mithilfe eines sogenannten Schnurgerüsts.gesichert.

Ein Schnurgerüstbock muss stabil sein und darf dem Zug der Schnur nicht nachgeben.

Dazu werden in den Fluchten der Markierungspfähle Schnüre gespannt und an den in etwa 1m Abstand vom Grabenbereich errichteten Gerüstböcken Pflanzenhaus bauenbefestigt. Für die Gewährleistung des waagrechten Schnurverlaufs müssen die Schnurbretter vorher mit Wasserwaage und Messlatte oder mit einer Schlauchwaage auf gleiche Höhe eingemessen werden. Die Schnüre kreuzen sich genau über den Eckpunkten des zukünftigen Fundaments. Die exakte Lage der Schnüre wird durch in die Schnurbretter geschnittene Kerben gekennzeichnet.

Fundamente aus Holzbalken und Betonsteinen

Wenn Grösse  und Gewicht des Gewächshauses es zulassen, genügen Gewächshaus-Fundamente aus Holzbalken, Betonrandsteinen oder Betonplatten auf einem Unterbau aus frostsicherem Material wie Kies oder Riesel. Diese Dränageschicht sollte zwischen 30 und 40cm dick sein, der Fundamentgraben muss also dementsprechend tief ausgehoben werden. Um das Eindringen des Dränagematerials in das Grundbeet des Gewächshauses oder ein späteres Untergraben des Fundaments zu verhindern, werden entlang der Fundamentinnenkante Hartschaumdämmplatten aufgestellt und mit an der Innenseite senkrecht eingeschlagenen  Holzpflöcken fixiert. Anschliessend wird der Kies in den Graben eingebracht und durch Stampfen verdichtet.

Die Betonsteine werden auf das Kiesbett gesetzt, auf ihre richtige Lage geprüft und mit Magerbeton fixiert. Das Mischungsverhältnis von Zement und Kies (Körnung 0 – 32) liegt etwa zwischen 1:5 und 1:8. Auf eine Schaufel Zement kommen also 5 bis 8 Schaufeln Kies. Es wird nur so viel Anmachwasser zugegeben, dass der Beton eine leicht bröselige, nicht zerfliessende Konsistenz hat. Fundamente aus Betonplatten erhalten einen entsprechenden Unterbau und sollten zur leichteren Verlegung auf ein zusätzliches Rieselbet gelegt werden.

Holzbalkenfundamente

Holzbalkfundamente sollten aus 10x15cm, besser 14x15cm starken kesseldruckimprägnierten oder mehrfach mit pflanzenverträglichen Holzschutzmitteln gestrichenen Bohlen bestehen, dieholzbalkenrechtwinklig miteinander verbunden sind. Eine Überplattung an allen 4 Ecken ist eine einfache, aber dennoch stabile Lösung. Dabei werden die Balken an ihren Enden jeweils um eine Balkenbreite und eine halbe Balkenhöhe ausgeschnitten und anschliessend rechtwinklig und unverrückbar verschraubt.

Die Schnittflächen sind vorher mit einem pflanzenverträglichen Holzschutzmittel zu behandeln, um Fäulnis zu verhindern. Ist dieser Rahmen fertiggestellt, wird er auf die Dränschicht im Fundamentgraben gelegt und durch Rütteln und Klopfen in seine endgültige Position gebracht. Der Gewächshaus-Fundamentrahmen muss mit Erdankern zusätzlich gesichert werden.

Beton-Punktfundamente

Von den meisten Gewächshausherstellern sind für die von ihnen angebotenen Aluminium- oder Stahl-Fundamentrahmen mit Erdspornen Beton-Punktfundamente vorgesehen. Die Anzahl der Punkte ist daher von der Grösse des Glashauses abhängig und kann aus dem jeweiligen Fundamentplan entnommen werden.

Nach der Festlegung des Gewächshausstandortes wird für jeden Verankerungspunkt ein etwa 30 x 30 cm grosses und 80cm tiefes Loch ausgehoben. Über diese Löcher wird anschliessend der vormontierte Fundamentrahmen ausgelegt.

Nun wird der Rahmen wie oben beschrieben rechtwinklig ausgerichtet, mithilfe von Holzkeilen und / oder Holzbrettchen in die Waagerecht gebracht und so fixiert, dass er beim Ausgiessen der Löcher mit Beton nicht mehr verrutschen kann. Für das Giessen von Punktfundamenten benötigt man einen Beton von plastischer, teigiger Konsistenz. Das Mischungsverhältnis von Zement und Kies (Körnung 0-32) sollte etwa bei 1:3 liegen.

Eine eventuelle Gefährdung der Gewächshausstandsicherheit durch auffrierende Erde sollte verhindert werden. Daher empfiehlt es sich, unter den Aluminium. oder Stahlrahmen Styroporstreifen von etwa 10cm Stärke zu legen. Dies ist wichtig um ein anständiges Gewächshaus selber bauen zu können.

Aufbauen des Gewächshauses

Eigenbau eines Folienhauses mit Holzkonstrukion

Auch aus Holz lässt sich ein Gewächshaus selber bauen. Kleinere Folienhäuser mit Konstruktionen aus Dachlatten lassen sich leicht und schnell mithilfe von im Fachhandel angebotenen Verbindungssystemen herstellen. Daher ist dies für das Gewächshaus selber bauen bestens geeignet.

Für alle Eck- und Verbindungspunkte gibt es bruchfeste, aus Kunststoff hergestellte Steckverbindungen. (z.B. Vario Quick Steckverbinder). Ausserdem liegt diesen Verbindungssystemen in der Regel eine holzkonstruktionBauanleitung bei, nach der die Latten zugeschnitten werden. Anschliessend werden die Latten mittels der Steckverbinder zur Unterkonstruktion zusammengefügt und verschraubt.

Darüber wird die Folie gespannt und mit Klammern befestigt. Des Weiteren geeignet sind UV-stabilisierte Gartenbaufolien oder entsprechende gitterverstärkte Folien (Delta). Die Steckverbinder sind für das Lattenformat 24 / 48mm erhältlich. Folglich kann so in wenigen Stunden ein Kleingewächshaus dieser Art als Pflanzenhaus errichtet werden.

Montage eines Gewächshausbausatzes

Anstatt das Gewächshaus komplett selber zu bauen, kann man auch einen fertigen Bausatz montieren. Bevor man mit dem eigentlichen Aufbau beginnt, empfiehlt es sich, die Montageanleitung genau und in aller Ruhe durchzulesen. Anschliessend überprüft man anhand der mitgelieferten Stückliste die Vollständigkeit des Bausatzes. Sind alle Teile und die benötigten Werkzeuge vorhanden, kann die Arbeit beginnen. Ebenfalls sollte man sich für jeden Arbeitsschritt das benötigte Zubehör zusammenstellen.

Nachdem das Gewächshaus-Fundament genau anhand des Fundamentplans auf ebener Fläche erstellt wurde, werden als Erstes die Seitenwände zusammengebaut, anschliessend Tür- und Hintergiebel. Danach werden bei der Vormontage die Schrauben und Muttern nur leicht angezogen.

Danach werden die Giebel- und Seitenwände zusammengeschraubt. Dazu sind in der Regel zwei Helfer nötig. Anschliessend werden das Firstprofil und die Dachsprossen montiert, dann die Tür und die Fenster vormontiert und eingebaut. Nachdem alle Konstruktionselemente zusammengefügt sind, werden alle Schrauben mit mässigem Druck angezogen.

Als Letztes wird die Eindeckung mit Glas oder Stegmehrfachplatten vorgenommen. Um die Dichtigkeit entsprechend zu gewährleisten, sind die Glas- und Kunststoffplatten sorgfältig in die Dichtungen einzubringen und diese an Stössen und Eckpunkten eventuell mit Silikon auszuspritzen.

Gewächshaus selber bauen – Die wichtigsten Werkzeuge

  • Meterstab oder Bandmas: zum Vermessen von Längen, Breiten und Höhen
  • Wasserwaage: zur Kontrolle der waagrechten oder senkrechten Lage von Bauteilen.
  • Richtlatte: Die waagrechte Lage und Ebenheit einer Fläche können mit Wasserwaage und Richtlatte überprüft und eingemessen werden
  • Schlauchwaage: um den Untergrund bei grösseren Flächen oder Entfernungen waagrecht zu gestalten, ist eine Schlauch waage äusserst hilfreich.
  • Winkellineal: zur Überprüfung der Rechtwinkligkeit kleinerer Bauteile.
  • Richtschnur und Pflöcke: Mit der Richtschnur werden Höhen und Fluchten ausgesteckt.
  • Zimmermannsbleistift und Reissnadel: zum Markieren von Längen und Höhen.

Werkzeuge für Erdarbeiten

  • Spaten: Fundamentgräben werden mit dem Spaten senkrecht abgestochen.
  • Pickel: Mit einem Pickel wird das auszuhebende Erdreich gelockert.
  • Grosse Schaufel: für Aushubarbeiten.
  • Schubkarre: für Transport von Aushub und Baumaterial

Werkzeuge für Maurer- und Betonarbeiten

  • Betonmischmaschine: zum Herstellen von grösseren Mengen Beton.
  • Maurerkelle: zum Aufbringen von Mörtel.
  • Reibebrett: Mit verschiedenen Beibebrettern werden Putz- oder Estrichflächen geglättet und strukturiert.

Werkzeuge zum Schneiden und Trennen

  • Schere, Cutter oder Teppichmesser: zum Schneiden von Folie, Isoliert- und Dichtmaterial.
  • Glassschneider: zum Zuschneiden von Einfachglasscheiben. Bevor man das Glas über eine Kante bricht, sollte man mit dem Grif des Glasschneiders an der Schittstelle entlang klopfen, um einen glatten, sauberen Bruch zu erzielen.
  • Verschiedene Handsägen: Fuchsschwanz, Feinsäge und Spannsäge zum Schneiden von allen Holzbauteilen sowie Gasbetonsteinen und Kunststoffbauteilen.
  • Eisensäge: zum Schneiden von Metallbauteilen
  • Gehrungslade: Mit einer einstellbaren Gehrungslade können beliebige Winkel exakt geschnitten werden.
  • Tisch- oder Handkreissäge: für den Zuschnitt von Platten und Brettern.
  • Kappsäge: zum Ablängen von Brettern, Holz und Metallprofilen.
  • Stichsäge: für Ausschnitte in Holz und Kunststoff.
  • Winkelschleifer „Flex“: Mit dem Winkelschleifer und einer Trennscheibe werden Betonsteine und -platten oder starke Eisenteile sauber getrennt. Bei der Arbeit mti der „Flex“ müssen Schutzbrille und -handschuhe getragen werden, da es sonst leicht zu Verletzungen kommen kann.
  • Stemmeisen: zum Herstellen und Einpassen von Holzverbindungen werden verschiedene Stemmeisen benötigt.

Werkzeuge zum Bohren und Schleifen

  • Bohrmaschine: Um auch beim Bohren von Beton keine Probleme zu bekommen, ist eine leistungsstarke, möglichst elektronisch geregelte Maschine nötig.
  • Bohrer: Spezialbohrer für die verschiedenen Baumaterialien gewährleisten optimale Bohrergebnisse.
  • Schmirgelpapier: Mit Schmirgelpapier werden entweder von Hand oder mit unterschiedlichen Schleifmaschinen wie Band-, Exzenter- oder Schwingschleifer Oberflächen entweder angeraut oder geglättet und Grate gebrochen.
  • Raspeln und Feilen: Schnittkanten an Holz, Metall oder Kunststoffbauteilen werden mit Raspel oder Feile abgerichtet.
  • Drahtbürste: Bei kleineren Bauteilen lassen sich lose Farbe oder Rost mit einer Drahtbürste entfernen.

Werkzeuge zum Befestigen

  • Hammer: zum Einschlagen von Nägeln und Klammern.
  • Tacker: zur einfachen und schnellen Befestigung von Folie an Holzkonstruktionen.
  • Schraubenzieher, Akkuschrauber: zum Eindrehen von Schrauben.
  • Schraubenschlüssel, Inbusschlüssel: zum Festziehen von Metallschrauben.
  • Heissklebepistole: Kunstoffe, aber auch Holz und Metall lassen sich mit Heissklebern dauerhaft verbinden.
  • Ausprespistole: zum sauberen Verfugen mit Silikon und anderen Abfugmassen.